Chancen von Zuzug erkennen

Veröffentlicht am 27.08.2015 in Allgemein

Der ehemalige Landtagsabgeordnete und jetziger Kreisvorsitzender der SPD im Landkreis Sömmerda, Frank Weber, zeigt sich verwundert und beschämt über die nicht vorhandene Willkommenskultur im Landkreis. Natürlich seien der Landkreis und seine Gemeinden angesichts stark steigender Flüchtlingszahlen vor eine besonders anspruchsvolle Aufgabe gestellt, räumt der Sozialdemokrat ein, er vermisse aber eine Diskussion über die Chancen, welche der Zuzug neuer Bürger biete.

"Thüringen wird älter. Alleine bis 2012 hat der Freistaat mehr als eine Viertelmillion Einwohner durch Wegzug verloren. Im gleichen Zeitraum wurden genauso viele Thüringer Kinder nicht geboren. Dies ergibt einen Rückgang der Bevölkerung um rund ein Fünftel. Die Alterstruktur in Thüringen, dies gilt im Übrigen besonders im ländlichen Raum, ist von einer zunehmenden Überalterung geprägt. Es fehlen Fachkräfte in der Industrie und im Handwerk, Akademiker wie z.B. Ärzte und Pflegekräfte. Es fehlen ausreichend junge Menschen, die eine Ausbildung machen wollen. Viele Firmeninhaber, die aufgrund Ihres Lebensalters gerne in den Ruhestand gehen wollen suchen händeringend Nachfolger. Trotzdem wehren sich immer wieder Menschen im Landkreis, wenn Flüchtlinge zu uns kommen wollen und müssen, dafür habe ich kein Verständnis", so Weber. Der Landkreis sei nun schon wiederholt negativ in der Öffentlichkeit aufgefallen. "Sei es die Ausländerbehörde, welche bundesweit ein schlechtes Bild auf den Landkreis geworfen hat oder auch die Debatte um Beichlingen und nun Buttstädt. Manchmal muss man sich für einige Mitbürger und deren Geschwätz schämen", bedauert Weber.

Er selbst habe Namens und im Auftrag des Unternehmens für welches er jetzt tätig ist, Minister Lauinger Hilfe angeboten. Auch kenne Weber viele Menschen in der Region, die schon aus Erfahrungen in der eigenen Familie erahnen können, was Krieg, Hunger und Vertreibung für die Menschen bedeutet. "Hier sind viele Thüringer die ein Herz für das Schicksal der Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen haben und diese nicht als Bedrohung empfinden", sagt Weber. Stattdessen würden Horrorszenarien gezeichnet und die Menschen verunsichert.

Der Landkreis sei gefordert nun entsprechende Integrationsarbeit zu leisten. Dies gelte nicht nur für die Behörden, sondern auch für Feuerwehren, Vereine, Orgainsaitionen und Privatpersonen. "Wenn wir mit offenem Herzen den Menschen aus anderen Ländern die Hand reichen, wird dies mittel- und langfristig viele unserer demopgraphischen Probleme in Thüringen lösen können. Hören wir endlich damit auf, nur Probleme zu benennen", so Weber.

 

Bürgerbüro

Weißenseer Str. 27, 99610 Sömmerda Tel. 03634 / 317162

100 gute Gründe gegen Atomkraft